18.12.2017 13:16
von Nik Pichler
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Mein ganz individueller Weihnachtsstil – elegant, cool, avantgardistisch – alt und neu!

Meine Weihnachtsoutfits waren mir immer wichtig. Was - je nach persönlichem Entwicklungsstadium - in dem einen oder anderen kleidungstechnischen Fiasko endete. Ich denke mit Schrecken an die 80iger Jahre zurück, an Hemden mit goldenen Schwertern und schwarzen Streifen. Damals war ich sicher bunter als jeder Christbaum. Heute kann ich gut darüber schmunzeln und bin froh, dass es zu diesem Zeitpunkt noch keine Handys und Social Media gab. Denn dadurch sind diese Erinnerungen wirklich persönlich bzw. privat geblieben und ruhen gut in den Tiefen meiner Fotokiste.

In meiner Familie war es ganz klar, dass wir uns zu Weihnachten gut kleiden. Am Land aufgewachsen, war ich wahrscheinlich schon immer etwas exotisch unterwegs, aber was soll’s, mir hat’s gefallen, auch wenn ich wahrscheinlich manchmal in direkter Konkurrenz zur kitschigen Weihnachtsdeko stand. Ich hatte Phasen, da bin ich nur in Jogginghosen am 24. Dezember beim Christbaum gesessen, diese zähle ich jedoch nicht wirklich zu meinen Sternstunden. Ich vertrete noch immer die Meinung, dass es wichtig ist, sich an einem Festtag wie Weihnachten gut zu kleiden. Warum putzen wir einen Christbaum auf und uns selbst nicht? Ich denke, dass das eine Frage des Respekts, der Wertschätzung gegenüber dem Fest und den Menschen ist. Es muss ja nicht übertrieben werden und der Behang so mancher Damen nicht in direktem Wettkampf zu dem des Christbaumes stehen.

Ich darf hier wieder Coco Chanel zitieren, die sagte: „Stil ist die Kunst des richtigen Weglassens“. Genau das gilt zu Weihnachten und deshalb habe ich mein heuriges Weihnachtsoutfit auch so gewählt. Ich mag es, wenn Kleidung ein Statement ist und wenn sie über die Trägerin, den Träger etwas Persönliches aussagt. Und all die Kleidungsstücke, die ihr auf diesen Bildern seht, sind sehr persönlich. Jedes hat seine eigene Geschichte. Der Mantel ist von „Song for the mute“. Ich habe ihn heuer durch Zufall bei "Eigensinnig" gekauft. Ich wollte keinen Mantel und doch hing er dann da. Ich schlüpfte hinein und das war´s. Er war wie maßgeschneidert für mich. Ich liebe den Kragen, den simplen Verschluss mit nur einer Schnalle und auch, dass das Futter unten herausschaut. Ganz abgesehen davon finde ich, dass das gewebte Material, aus dem er gemacht ist, großartig ist.

Die Kappe ist von meinem Lieblingshutgeschäft in NYC: "Goorin Bros". Wie ihr ja wisst, hab ich eine Schwäche für die Wiener Hutdesigner „Mühlbauer“ und „Nomades Modern“, aber trotzdem muss ich immer, wenn ich in Williamsburg NYC bin, in diesen Hut Store. Was dabei rauskommt, seht ihr bei dieser Kappe. Ich liebe die Farbe und auch die Form. Grau ist eine meiner absoluten Lieblingsfarben und die Form ist so shabby chic. Sie hat etwas Lausbubenhaftes und betont eine sehr persönliche Seite von mir. Auch so darf man zu Weihnachten sein;-). Die Hose ist ein besonderes Stück, denn sie ist von einer großartigen Designerin und lieben Freundin – Stefanie, die heuer gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Toni ihr eigenes Label „Atelier Obstiné“ auf den Markt gebracht hat. Ich bin nicht nur von dem genialen Schnitt, der die Beine betont und dann zu etwas low crotch wird, begeistert, sondern auch von der Wahl des Material – einfach geiles Leinen, das unglaublich fällt!!

Auch wenn ich versuche, bei so wenig großen Marken wie möglich zu kaufen und individuelle Designerinnen und Designer zu fördern, so hab ich doch einige Stücke von Zara und H&M. Dieses Hemd von Zara mag ich besonders. Es vermittelt den Eindruck, ein Smoking-Hemd zu sein und ermöglicht mir dadurch den Verzicht auf ein Sakko, denn es ist per se chic und passt perfekt unter den tailliert geschnittenen Mantel. Und der Moment, wenn man diesen auszieht und man dann das Hemd sieht, sorgt schon für einen Hingucker – believe me;-).

Last but not least die Schuhe – ich liebe Schuhe und insbesondere jene von dem Designer „Marsèll“. Diese Böcke hier stellen bewusst einen Bruch zu dem sonst eher eleganten Outfit dar und sind daher eine perfekte Ergänzung. Ähnlich wie das Futter beim Mantel hervorsteht, sind auch sie ein Statement mit Augenzwinkern. Ich mag genau solche Böcke. Sie erinnern mich daran, dass ich mir vor langer Zeit in Los Angeles an der Melrose Boots gekauft habe, die ich bis zu deren bitterem Ende trug. So ein Gefühl habe ich bei diesen „Marsèll“ Boots auch. Die Haltung und das Auftreten eines Menschen mit wirklich guten Schuhen ist einfach anders.

Ach ja, und ein nicht unwichtiges Accessoire hätte ich ganz vergessen: meinen schwarzen Gürtel mit der durchaus auffälligen goldenen Schnalle. Das ist meine offensichtliche Konzession an Weihnachten. Ich hatte den Gürtel während meiner Studienzeit in England gekauft. Er ist also schon ein paar Jährchen alt und wenn ich ihn auch nicht mehr so oft trage wie in seiner Glanzzeit, ich liebe ihn noch immer. Und darum geht’s doch zu Weihnachten, um das Lieben einer Glanzzeit. Also dress well!!

Ich wünsche euch wunderbare Weihnachten im Kreis eurer Lieben und freu mich auf ein gemeinsames neues Jahr. Merry Christmas!

 

 

Fotos by Markus Kufner


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