05.02.2018 14:46
von Nik Pichler
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Wenn Träume fliegen lernen - L'invitato, eine wahre Geschichte, die Mut macht

Es gibt Menschen, die immer von ihren Träumen und Visionen erzählen und dann gibt es jene, die nicht nur darüber sprechen, sondern sie einfach leben...so wie mein Freund Massimiliano Alberti.

Nur, so einfach lebt man seine Träume nicht. Es braucht schon ganz schön viel Überwindung in diesem Prozess, zuerst einmal über seinen eigenen Schatten zu springen, damit diese Visionen in die Realität gebracht werden. Wie gesagt, es sind ja „nur“ Träume, romantische und idealistische Vorstellungen. Sie sind noch nicht Teil einer gewohnten Realität. Und genau dort scheitern die meisten Träume. Die Träumer schaffen es oftmals nicht, diese beiden Welten zu verbinden, oder besser gesagt, den Anfang für diese Verbindung zu kreieren.

Einen Traum in die Realität zu bringen, bedeutet zu geben und zu nehmen. Ich muss meinem Traum einen Teil meiner gewohnten Realität zur Verfügung stellen, diese vielleicht sogar opfern, um im Gegenzug am Anfang mal nichts außer Arbeit und Ungewissheit zu bekommen. Denn die Ernte, der mögliche Erfolg, ist erst später, manchmal viel später. Und deswegen brauchen Träume ganz viel Vertrauen, Mut, Geduld und Hingabe. Ich glaube, dass ich einer dieser Menschen bin, die ihre Träume leben und weiß daher, dass es nach außen hin beeindruckend sein mag. Im Inneren ist es aber ein harter Job. Und, wenn es funktioniert, das beste Gefühl der Welt.

Massimiliano hat mir über seinen Traum, ein Buch zu schreiben, an einem ganz wunderbaren Abend im Kreise „meiner italienischen Familie“, so nenne ich mir sehr nahestehende Menschen aus Triest, erzählt. Er sprach von einem Roman und seine Augen wurden ganz glänzend, er sprach so voller Optimismus und Hingabe zu diesem Projekt. Das hat mich sehr beeindruckt. Einen Roman zu schreiben mag ja vielleicht nichts Ungewöhnliches sein. Wenn es sich jedoch um einen Mann handelt, der zu den besten Managern einer sehr großen und weltweit bekannten Kaffeemarke gehört, 60 Stunden die Woche arbeitet und zwischen zwei Ländern pendelt, dann schon. Massimiliano hat sich in diese Top-Position quasi vom Botenjungen hinaufgearbeitet. Das ist schon ein Traum. Nach allgemein gültigen Karrieremaßstäben würden wir sagen: „Der hat’s geschafft, eine Karriere, wie sie im Bilderbuch steht.“ Zurücklehnen und genießen!

Was ich so großartig an Massimiliano finde, ist, dass er sich einfach nicht damit zufriedengegeben hat. Für ihn beginnt ein Traum dort, wo der andere endet. Ein Buch acht Jahre lang zu schreiben, während man einen Wahnsinnsjob hat, das bedeutet schon was. Es mag schwierig sein, vielleicht sogar unmöglich scheinen, aber unter harten Umständen werden Träume nur stärker. Sie gewinnen an Präsenz, Kraft und Macht. Das zeigt uns die Geschichte von Massimiliano.

Ich fuhr letztes Wochenende zur Präsentation dieses Buches mit dem Titel 'L’invitato' nach Triest. Es gab ein großes Fest. Hunderte von Menschen waren da, Massimiliano eilte von einem Zeitungs- oder Radiointerview zum nächsten und es war für mich einfach wunderbar zu sehen, welch großen Erfolg er mit diesem Buch hat. Das Buch ist bereits jetzt schon ein Bestseller und einen Freund dabei zu beobachten, wie er diesen Erfolg genießt, wie glücklich er damit ist, ist ein wirkliches Privileg. Es machte mich glücklich.

Teil dieses Glücks ist jedoch noch jemand anderes. Durch ihn werden Träume wahr. Mein Freund Alberto, der mit schier unermüdlicher Kraft hinter Träumen steht und dabei mithilft, diese zu realisieren. Es war Alberto, mit dem ich vor vier Jahren nach Los Angeles ging, um die Werke des Assistenten von Andy Warhol – Steve Kaufman – in meiner Reflection Art zu portraitieren. Was anfangs ein Himmelfahrtskommando war. Und es war Alberto, der an den Traum seines „Bruders“ Massimiliano glaubte. Alberto ist Idealist und er ist Geschäftsmann, eine perfekte Verbindung. So wie mein Projekt in L.A. ein großer Erfolg wurde, so ist es nun auch das Buch von Massimiliano. Das Cover des Buches zeigt ein berühmtes Bild von Steve Kaufman 'Marilyn Monroe'. Und hier schließt sich der Kreis einer sehr schönen und erfolgreichen Verbindung des Gebens und des Nehmens.

Massimiliano sagte mal auf die Frage: „Warum schreibst du dieses Buch, warum tust du dir das an?“ „Ich will, dass von mir was bleibt, wenn ich nicht mehr bin“. „Lieber Massimiliano, ich darf dir sagen, dazu hätte es dieses Buch nicht gebraucht, aber es ist eine ganz wunderbare Ergänzung!“

PS: Das Buch wird gerade auf Deutsch übersetzt und geht auf die Frankfurter Buchmesse. Die österreichische Präsentation des Buches findet in meinem Studio am Naschmarkt statt. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Fotos by Roberto Srelz


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